So holen Sie das Beste aus jeder Beziehungsphase heraus

15.09.2021

Die 5 Beziehungsphasen waren in meinem letzten Blog das Thema. Heute geht es darum, wie Sie aus den einzelnen Phasen das Beste herausholen können.

1. Verliebtheitsphase - Du bist ich

Reden Sie viel miteinander. Lernen Sie den Menschen an Ihrer Seite kennen, hören Sie ihm zu. Fragen Sie nach. Seien Sie offen und ehrlich zueinander. Nur so können Sie entscheiden, ob er oder sie annähernd die gleichen Werte und Ziele hat. Bauen Sie Vertrauen auf und schaffen Sie so eine gute Beziehungsgrundlage. Natürlich müssen Sie ihrem Partner oder Ihrer Partnerin nicht alles erzählen. Bleiben Sie ruhig auch geheimnisvoll.

Genießen Sie den Sex. In der Verliebtheitsphase kann man es oft nicht erwarten einander wiederzusehen. Nutzen Sie diese Energie und genießen Sie den Sex, die Lust und die gemeinsame Neugierde aufeinander. Wägen Sie ab was Sie möchten und wie weit Sie gehen wollen und vor allem, wann Sie das erste Mal miteinander schlafen wollen. Tun Sie nichts, was Sie später eventuell bereuen würden. Und freuen Sie sich, dass diese aufregende Phase auch einmal vorbei gehen wird.

Denn wie wäre es, wenn diese Phase ewig dauern würde? Stellen Sie sich die Welt mal vor mit all den aufgeregten, überdrehten, erregten Menschen, die oftmals vor lauter Liebe keinen klaren Gedanken fassen können und sich bei ihren alltäglichen Aufgaben und Tätigkeiten nur schwer konzentrieren können. Kein Mensch könnte so dauerhaft den Alltag überstehen. Daher beginnt der Körper auch schon in dieser Phase die Produktion der Liebeshormone wieder herunterzufahren.

2. Alltagsphase - Du bist anders

Fangen Sie bei sich an. Die Verliebtheit macht dem Alltag Platz. Oft kommen Zweifel auf in dieser Phase der Beziehung. Bevor Sie sich über die vermeintlichen Fehler und Unzulänglichkeiten Ihres Gegenübers ärgern oder beschweren, überlegen Sie sich welche Angewohnheiten eventuell Ihre Partnerin oder Ihren Partner an Ihnen stören? Welche Kompromisse können Sie eingehen? Zahlt sich ein Streit über die herumliegenden Socken denn wirklich aus? Ein deutscher Paartherapeut hat einen interessanten Satz gesagt, den ich hier unkommentiert stehen lassen möchte: "Eigenschaften eines Partners als Macken zu bezeichnen, ist bereits eine Abwertung. In einer reifen Beziehung erkennen die Partner einander ihre Stärken und Schwächen an".

Welchen Anteil tragen Sie daran? Der Alltag ist die Prüfung jeder Beziehung. Die Zweifel müssen nicht immer besonders drastisch ausfallen. Manche Partner haben sie gar nicht. Wenn Sie sie haben, denken Sie genau darüber nach welchen Anteil Sie selbst daran tragen, dass die Beziehung gerade etwas in Schieflage geraten ist.

Vergleichen Sie sich nicht mit anderen Paaren! Denken Sie daran, weshalb Sie sich gerade in diesen Menschen verliebt haben. Was schätzen Sie an ihm oder ihr? Wenn Ihnen an dieser Stelle nichts einfällt und Sie beide sprichwörtlich "anstehen", kann eine Paarberatung hilfreich sein. Oftmals reichen auch nur zwei bis drei Sitzungen, je nach dem welches Ziel Sie beide haben.

3. Umerziehungsphase - Du bist nicht richtig

Die Falle in die fast jedes Paar tappt. Er oder Sie muss sich doch nur ändern, dann wäre alles gut. Sollten Sie sich beim Lesen meines letzten Blogs "Die 5 Phasen einer Beziehung" in dieser Phase wiedererkannt haben und es nicht selbst schaffen ihr Verhalten zu ändern, kann es ratsam sein auch alleine in eine Beratung zu gehen.

Bedürfnis- und Meinungsäußerung. Es ist gut und gesund, wenn Sie Ihre Meinung äußern in der Beziehung. Eine Meinung zu haben und dahinter zu stehen ist richtig und wichtig, sie der anderen Person aufzwingen zu wollen jedoch nicht. Versuchen Sie sich in die andere Person hineinzuversetzen. Was könnte der Grund sein für das Verhalten? Wie fühlt sich das Gegenüber? Was könnte die Motivation für ihr:sein Verhalten sein? Meinungsverschiedenheiten dürfen sein. Es ist auch ganz normal und wichtig, dass man mal aneinandergerät. Streiten will aber gelernt sein (ein anderes Mal mehr dazu).

Hören Sie auf Ihren Partner oder Ihre Partnerin erziehen zu wollen! Schließen Sie Kompromisse. Lernen Sie die andere Meinung stehen zu lassen. Versuchen Sie zu verstehen, weshalb ihr Partner so reagiert, wie er reagiert. Lernen Sie die Andersartigkeit auszuhalten und zu akzeptieren. Bleiben Sie respektvoll. Ist der Respekt zueinander einmal verloren gegangen ist es fast unmöglich ihn wieder herzustellen. Nur mit extremer Anstrengung, dem eisernen Willen der Beteiligten und externer Unterstützung. Und manchmal hilft nicht mal mehr das.

4. Selbstfindungsphase - Ich bin ich und die Phase 5 - Du und ich sind wir

Ruhen Sie sich nicht auf Ihren Lorbeeren aus. Die stürmischen Zeiten sind vorbei und es ist Ruhe eingekehrt. Jeder Beteiligte weiß, woran er ist und wie der andere Mensch tickt. Die Kunst ist, den Tanz zu tanzen zwischen Autonomie und Bindung. Viele Paare neigen dazu, sich in dieser Phase auf den Lorbeeren auszuruhen. Doch auch die schönsten blühenden Blumen brauchen Wasser und Licht, um weiterhin schön zu gedeihen.

Schaffen Sie neue Gemeinsamkeiten. Führen Sie eventuell neue Rituale ein. Überraschen Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin mit kleinen Liebesbeweisen im Alltag. Seien Sie kreativ. Nutzen Sie Ihre Erfahrungen, die Sie beide schon miteinander gemacht haben. Was hat Ihrer Frau am Anfang ihrer Beziehung Freude bereitet? Wodurch fühlt sich Ihr Mann so richtig geborgen und geliebt von Ihnen?

Frischen Sie ihr Sexleben auf. Probieren Sie etwas Neues aus. Sprechen Sie über Ihre Bedürfnisse und Wünsche. Wenn das jetzt anstrengend für Sie klingt oder Sie (noch) nicht mit ihrem Partner darüber sprechen können, finden Sie andere Wege, um Nähe herzustellen.

Für jede Pfanne gibt es den richtigen Deckel!

Oft scheitern Beziehungen an zu hohen Erwartungen, zu unterschiedlichen Wertehaltungen oder zu verschiedenen Wünschen und Zielen. Das Hauptproblem ist und bleibt aber die unzureichende oder unvollständige Kommunikation und die gegenseitige Akzeptanz.

Der Glaube etwas entscheidendes nicht zu wissen oder den falschen Informationen Glauben zu schenken, ohne nachgefragt zu haben, wie es denn das Gegenüber tatsächlich gemeint hat. Daraus setzen wir dann Handlungen (meist aus der Unklarheit heraus), mit denen wir genau das Gegenteil davon erreichen, was wir wollen und so bringen wir uns möglicherweise nach dem Scheitern einer Beziehung, in der nächsten Beziehung wieder in die gleiche unangenehme Situation und verstärken dadurch nur wieder unsere eventuell negative Meinung zum Thema Partnerschaft, Beziehung oder dem anderen Geschlecht gegenüber. Doch diesen Kreislauf kann man unterbrechen!

Natürlich spielen in diesen Phasen auch immer die aktuellen Lebensumstände eine Rolle. Wie alt ist das Paar, hat es Kinder, usw.

Sollten Sie Unterstützung benötigen, bin ich gerne für Sie da. Kontaktieren Sie mich einfach für ein unverbindliches Erstgespräch.

Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Liebe und Gute für Ihre Beziehung und viel Spaß und Ausdauer und Freude bei der Arbeit daran!

Herzlichst Nadja Mack-Foraschik